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Delphintherapie 2001

Hier möchte ich Euch einiges über die Delphintherapie, und wie es mir dabei gegangen ist, erzählen.

Ich war zwischen 3. und 17. September 2001 in Florida bei Dolphin Human Therapy zur Delphintherapie. Und was ich da so erlebt habe, möchte ich Euch jetzt erzählen.

Vom ersten Augenblick an war ich fasziniert von diesen großartigen Tieren und hatte keinen Augenblick lang Angst. Ich möchte Euch kurz den Ablauf einer meiner Therapiestunden schildern:

Meine Therapie begann jeden Tag um 9 Uhr, wir mussten schon ca. 15 - 20 Minuten früher dort sein, um uns kurz mit der Therapeutin, sie hieß auch Stefanie und ist Deutsche, zu besprechen. Wir begannen meistens mit dem Hüpfen auf einem so genannten "Peanut-Ball", um meine Aufmerksamkeit zu steigern.

Dann ging ich, bewaffnet mit Stefanies Schwimmflossen, zu "meiner" Therapieplattform am Wasser. Die Therapeutin und eine Praktikantin nahmen eine Kiste mit viel Arbeitsmaterial für mich mit. Dort angekommen begrüßte uns schon Dreamer oder Alfonz, die Delphine, und natürlich der Delphintrainer.

Jetzt musste ich erst einmal hart arbeiten. Sie zeigten mir Tafeln mit verschiedenen Bildern. Stefanie fragte mich nach einzelnen Bildern und ich sollte mit dem Zeigefinger darauf zeigen. Am Anfang brauchte ich etwas Unterstützung, aber schon sehr bald konnte ich es alleine. Ich musste auch Formen, Farben oder Gegensätze unterscheiden. Manchmal durfte ich auch einen Ring oder einen Ball in das Wasser werfen, und der Delphin brachte ihn mir zurück. Das Tollste an der Stunde war das Schwimmen mit Dreamer oder Alfonz.

Immer zwischendurch durfte ich eine Runde mit dem Delphin drehen. Entweder hielt ich ihn an der Rückenflosse fest, und er schwamm mit mir; oder er richtete sich vor mir auf und ich konnte mich an seinen beiden Vorderflossen festhalten - und ab ging die Post. Manchmal konnte ich mich auf den Rücken drehen, streckte meine Füße aus und der Delphin schob mich mit seiner Schnauze an.

Bei all dem unterstützte mich natürlich meine Therapeutin Stefanie, die nicht von meiner Seite wich.

Die Arbeit am Dock und das Schwimmen mit dem Delphin wechselten sich immer ab. Wenn meine Aufmerksamkeit beim Arbeiten nachließ, durfte ich wieder auf dem Peanut-Ball hüpfen, das steigerte meine Konzentration; und Spaß machte es auch noch. Am Ende der Therapie winkte der Delphin zum Abschied mit einer seiner Vorderflossen und ich winkte zurück. Dann gingen wir gemeinsam duschen.

Dort warteten schon meine Eltern und mein kleiner Bruder Andreas, die die ganze Stunde aus einiger Entfernung beobachteten. Anschließend erklärte Stefanie meinen Eltern noch meine Fortschritte und gab ihnen viele Hintergrundinformationen über meine Entwicklung und tolle Tipps für den Alltag.

Wir alle freuten uns immer auf die nächste Therapiestunde.

So, jetzt habt Ihr einen kleinen Einblick in die Therapie bekommen.

Die Theorie hinter dieser Art der Therapie ist, dass Kinder mit besonderen Bedürfnissen durch bestmögliche Motivation (Delphine) und in entspannter Umgebung (warmes Wasser) bereit sind, viel härter zu arbeiten, als im Alltag.

In diesen zwei Therapie-Wochen habe ich sehr viel geler

  • Ich kann mich besser und länger konzentrieren

  • Ich bin ausgeglichener und ruhiger geworden

  • Ich habe dort einen Weg gefunden, mich besser zu verständigen und bin dadurch selbstbewusster geworden

  • Ich habe herausgefunden, dass Kommunikation für mich sehr wichtig ist, um das zu bekommen, was ich will - und auch noch Spaß macht.

Für mich und meine Familie ist das ein sehr großer Erfolg. Vielleicht gelingt es uns, dies bald zu wiederholen.

Ich möchte ALLEN danken, die meinen Eltern geholfen haben, diese Therapie erleben zu können.

Stephanie